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Zuhause alt werden ohne Hindernisse

Im Alter in den eigenen vier Wänden zu wohnen, wünschen sich viele. Barrierefreie Anpassungen und praktische Alltagshilfen machen dies möglich. 

Selbstbestimmt im eigenen Zuhause zu leben, ist sowohl Traum als auch Lebenswirklichkeit vieler älterer Menschen hierzulande. Denn mit vorausschauender Planung können Wohnung oder Haus so angepasst werden, dass deren Bewohner ihren Alltag sicher und komfortabel gestalten können. Angefangen vom problemlosen Öffnen der Fenster, über die Bedienung des Herdes bis zur umfassenden Körperpflege in einem altersgerechten Badezimmer ist dabei immer das Ziel, den Wohnkomfort zu erhöhen und Gefahrenquellen zu beseitigen.

Je nach körperlicher Einschränkung reichen dafür schon die Anschaffung einiger Hilfsmittel, ein höheres Bett, eine neue Badewanne oder leichte Wohnungsanpassungen wie die Entfernung von Türschwellen oder der Einbau von Rampen aus. Die Liste an praktischen Hilfsmitteln ist schier endlos: Von Aufsteh- und Transferhilfen, über Dusch- und Bettgriffe bis hin zu diversen Liften erleichtern praktische Hilfen alltägliche Handlungen. Ein Überblick über Produktvielfalt, Hersteller sowie die Information über Kostenübernahmen bietet der Verein Barrierefrei Leben e.V. auf seiner Webseite. 

Der Hamburger Verein informiert dort auch über altersgerechte Umbauten einzelner Wohnräume wie Bad, Küche oder Flur – bis hin zur Rollstuhlgerechten Umgestaltung des gesamten Wohnraums. Je nach Gesundheits- und Wohnsituation sind mehr oder weniger umfangreiche bauliche Maßnahmen erforderlich. Insbesondere in Bad und Küche gilt es, Abläufe zu erleichtern sowie Unfälle und Stürze zu vermeiden. Rutschfeste Bodenbelege sind hierbei ebenso von Bedeutung wie stufenlos begehbare Duschplätze oder die Modernisierung von Sanitärobjekten. Welche Varianten der Bad-Modernisierung möglich sind, zeigt Barrierefrei Leben im Internet anhand 100 Modellbäder-Beispielen sowie einem praktischen Online-3D-Badplaner. Mitunter ist aber gar kein kompletter Bad-Umbau nötig, sondern es reicht schon die Anschaffung einer neuen Badewanne. Besonders praktisch: Sitz- oder Liegebadewannen mit Tür.

Wenn das Gehen noch möglich ist, sollte die Treppe sicher gemacht werden. Bei einer Gehbehinderung ist der Einbau eines Treppenlifts eine gute Lösung. „Mit entsprechenden Anpassungs- und Umbaumaßnahmen kann so manche normale Wohnung barrierefrei nutzbar gemacht werden“, erklärt Karin Dieckmann von Barrierefrei Leben e.V.. Dazu sollte im Vorweg die Zustimmung von Vermieter beziehungsweise eventuelle Baugenehmigungen eingeholt werden. Barrierefrei Leben e.V. empfiehlt Privatpersonen vor der Durchführung der eigentlichen Baumaßnahme mit einer Wohnberatungsstelle vor Ort zu sprechen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt übrigens diverse barrierereduzierte Umbaumaßnahmen in Wohnungen und Häusern mit ansehnlichen Zuschüssen und Krediten.

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Journalist

Kirsten Schwieger

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