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Studium im Ausland

Schweden, Schweiz, Österreich und Niederlande

Schweden – Das Licht im Norden

Wen es in den hohen Norden zieht, der ist in Schweden gut aufgehoben. Die Hochschulen des Landes und vor allem auch ihre Bibliotheken gelten als gut ausgestattet, der Grad der individuellen Betreuung der Studenten ist hoch. Es gibt drei Arten von Hochschulen: die Universitäten, die Fackhögskolor (die sich auf ein Fach spezialisiert haben) und die Högskolor (deren Fächerangebot nicht so ausgeprägt ist wie das der Unis).

Je nach Hochschule kann sich der Student sein Programm selbst zusammenstellen oder er bekommt einen Kursplan vorgelegt. Es gibt einschließlich dem Doktortitel fünf verschiedene Abschlüsse, für die im Laufe des Studiums eine bestimmte Zahl von Punkten angesammelt werden müssen. Das Studium ist gebührenfrei. Mangelnde Sprachkenntnisse sind nicht unbedingt von Nachteil, da eigentlich jeder Schwede englisch spricht.

Wer aber vor Aufnahme eines Studiums Schwedisch lernen möchte, kann dies in von der Hochschule angebotenen Kursen tun. Das Jahr ist in zwei Semester aufgegliedert. Das Leben in Schweden kostet etwas mehr als in Deutschland, Zimmer bekommen ausländische Studenten jedoch teilweise gestellt.


Schweiz – Gut und teuer
Die kleine Schweiz mit ihren acht Millionen Einwohnern ist bei deutschen Studenten beliebt. Mehr als 12 000 gehen jährlich zum Studium in die Alpenrepublik. Die Auswahl an Fächern ist groß, an einen Studienplatz für Medizin zu kommen ist für ausländische Studenten aber unmöglich.

Die Schweiz verfügt über zwölf Universitäten und insgesamt rund 90 Hochschulen. Darunter sind auch private Einrichtungen. Wer hier studieren will, sollte sich informieren, ob die Abschlüsse in Deutschland anerkannt werden. Als Qualifikation reicht das deutsche Abitur aus. Das Studium ist dem deutschen sehr ähnlich – ein dreijähriger Bachelor und ein zweijähriger Master. Die Semester laufen von September bis Weihnachten und von Ende Februar bis Ende Mai. Die Bewerbungsfrist endet in der Regel am 30. April. Die Universitäten sind klein, sehr gut ausgestattet und serviceorientiert.

Klingt alles bestens – wenn nur ein Problem nicht wäre: die Kosten. In der Schweiz ist alles teuer – die Studiengebühren liegen zwischen 1000 und 8000 Euro pro Jahr, die Lebenshaltungskosten sind hoch und Wohnraum für Studenten kostet ebenfalls viel.


Österreich – Fast wie Zuhause
Die selbe Sprache, ein fast identisch aufgebautes Studium, die gleichen Probleme: Wer als Deutscher in Österreich studiert, kann sich recht heimisch fühlen. Das ist sicher ein Grund, warum Österreich das beliebteste Land bei deutschen Studenten überhaupt ist. Ein anderer: Bei unserem südlichen Nachbarn sind viele Fächer komplett zulassungsfrei – man trägt sich ein und ist drin.

Aber Achtung: In immer mehr Fächern stehen schon am Ende des ersten Semesters strenge Tests auf dem Plan, und wer diese nicht besteht, ist auch schnell wieder draußen. Zudem gibt es gerade für die bei Deutschen beliebten Fächer Medizin, Psychologie und Kommunikationswissenschaften inzwischen umfangreiche Zulassungstests. Das ist eine Reaktion auf ein großes Problem von vielen der 55 österreichischen Hochschulen: Sie sind genauso überlaufen, schlecht ausgestattet und unterfinanziert wie viele deutsche.

Das Studium ist mit Bachelor und Master vergleichbar dem in Deutschland. Studiengebühren gibt es nur bei Privatunis und manchen Fachhochschulen (bis zu etwa 360 Euro). Lebenshaltungskosten und Mieten sind ebenfalls ähnlich denen in Deutschland.


Niederlande – Wie in der Schule
Niederländische Universitäten und Fachhochschulen sind gut ausgestattet, verfügen über eine sehr individuelle Betreuung, pflegen einen lockeren Umgangston zwischen Professoren und Studierenden und bieten ein sehr breites Fächerspektrum an. Das alles sind Gründe dafür, dass die Niederlande das zweitbeliebteste Land für Studierende aus Deutschland sind. Dazu kommt noch ein ganz wichtiger Grund: Für die allermeisten Fächer gibt es keinerlei Zulassungsbeschränkungen. Selbst die Sprache dürfte kein Hindernis darstellen – Niederländisch kann man als Deutscher in Kompaktkursen in sechs Wochen erlernen.

Das Studium an den 14 Universitäten und den mehr als 100 Fachhochschulen ist verschulter als in Deutschland. Für ein Studium müssen knapp 2000 Euro Gebühren jährlich hingelegt werden. Dafür gibt es aber gute Finanzierungsmöglichkeiten für Studenten. Der Bachelor dauert an den Unis drei Jahre, an den Fachhochschulen vier. Der Master ist dafür schon nach einem Jahr zu haben.

Die Lebenshaltungskosten sind ähnlich wie in Deutschland. Anstrengend ist die Suche nach einer einigermaßen preisgünstigen Unterkunft.