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MIT EINEM BATTERIESPEICHER FÜR DAS EIGENHEIM KÖNNEN SICH HAUSBESITZER FAST KOMPLETT UNABHÄNGIG VOM ÖRTLICHEN STROMANBIETER MACHEN.

Solarstrom lohnt sich mehr denn je

Deutschland hatte im ersten Halbjahr 2016 auf einen Anteil von 32 % an Erneuerbaren Energien in der gesamten Stromerzeugung. Dabei lag die Nutzung der Sonnenenergie bei 6.5 % (Quelle: Bundesverband Erneuerbare Energien).

Um die Energiewende ist es in der letzten Zeit still geworden. Pessimisten hatten schon ein Ende für private Photovoltaikanlagen prophezeit. Für den eingespeisten Strom bekommen die Besitzer von Solardächern immer weniger. Im Juli verabschiedete die Bundesregierung die EEG Novelle 2016 (Erneuerbare Energie Gesetz). Große Anlagen müssen jetzt ausgeschrieben werden, die Preise für den eingespeisten Strom wurden eingefroren. Ausbaden müssen das die Verbraucher mit hohen Stromkosten (25,5 Cent pro kWh ist der Netto Durchschnittspreis für Strom).

Doch jetzt rechnet sich Solar auf dem Dach wieder. Nicht um den Strom ins Netz zu speisen – Nein, die Hersteller der Anlagen setzen auf den Eigenverbrauch bei den Kunden.

Solarstrom steht uns als unendliche Energiequelle zur Verfügung. Solar Anlagen können den Strom bereits für 9 Cent die Kilowattstunde produzieren. Solaranlagen für die privaten Dächer sind seit dem Jahr 2006 um 68 Prozent billiger geworden.

Doch was mache ich als Hausbesitzer, wenn die Sonne nicht scheint, wenn ich abends eigentlich viel Strom brauche? Bis jetzt musste der Besitzer von Solaranlagen dann teuer den Strom zu kaufen oder die „Strom-Fresser“ wie Waschmaschine oder Geschirrspüler in der Mittagszeit laufen lassen. Das ist jetzt ganz anders möglich.

Mit der neuen Technologie der Batteriespeicher für das Eigenheim könnten sich viele Hausbesitzer fast autark vom örtlichen, oft teuren Stromanbieter, machen. Intelligente Steuersysteme gleichen die Lasten in Spitzenzeiten aus, regeln den Bedarf und Verbrauch.

Die Technik der Lithium-Ionen-Batterien hat rasante Fortschritte gemacht. Drei Stück, nicht größer als eine Kommode, speichern den Tag über die Solarenergie. Ein Speicher liefert dann 3 kWh. Nach drei bis vier Stunden ist der Speicher wieder vollgeladen, kann seine Energie dann für den Haushalt liefern, wenn die Sonne nicht mehr scheint.

Kontrollsysteme steuern die Leistung der Solarzellen auf dem Dach. Intelligente Steuersysteme gleichen die Lasten in Spitzenzeiten aus, regeln den Bedarf und Verbrauch. Apps für das Handy sind fast bei allen Systemen verfügbar. Der Verbraucher kann den Strom verbrauchen wie er mag, auch wenn seine Photovoltaikmodule keinen Strom produzieren. Die Hersteller geben inzwischen 25 Jahre Garantie auf die Solar Panel, die Batterien haben einen Lebenszyklus von über 4.000 Ladungen. Und die Technik macht weitere Fortschritte.

Mit einer kompletten Anlage kommen Hausbesitzer zurzeit auf einen Strompreis 18 – 20 Cent pro Kilowattstunde (Gerechnet auf die Gesamtinvestition und die Lebensdauer der Anlage). Verbraucht der Hausbesitzer mehr Strom, rechnet sich die Investition schneller.

Die Batteriespeicher sind auch für kleine und mittlere Firmen sowie Mehrfamilienhäuser interessant. Die Speicherblöcke lassen sich koppeln und fast beliebig erweitern. So können auch größere Anlagen den Strom vom Dach speichern und in Spitzenlastzeiten wieder abrufen. Erste Pilotprojekte dazu laufen bereits.

Doch die Photovoltaikanlagen auf dem Dach können noch mehr. In wenigen Jahren wird der Punkt überschritten sein, wo es sich lohnt, mit Solarenergie zu heizen. Wärmepumpen im Garten versorgen dann moderne Passiv Energie Häuser mit Wärme und Strom. Auch, die dann zahlreichen E-Mobile können durch Ladestationen gratis getankt werden. Erste Versuche laufen an der TU Clausthal. Die Ladesäule arbeitet völlig autark, hat einen WLAN Hotspot und speist nicht verbrauchte Energie ins Netz. Solche Stationen, besonders im ländlichen Raum, werden in Zukunft gefragt sein.


  • VIA
  • Jörg Wernien

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