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Die GreenTec Awards sind Europas größter Umwelttechnologiepreis. Im Bild Martin Oldeland (l.) mit Michael Endt von Miele & Cie. KG sowie SOLVIS-Geschäftsführer Helmut Jäger bei der Verleihung 2013. NACHHALTIGKEIT

Mit Umwelttechnik zu mehr Nachhaltigkeit – Martin Oldeland

Dem Klimawandel und der Ressourcenknappheit können Wirtschaft und Gesellschaft nur durch mehr Nachhaltigkeit begegnen. Umwelttechnik kann hier unterstützen.

„Die Nutzung der natürlichen Ressourcen übersteigt die Aufnahme- und Regenerationsfähigkeit der Erde bereits deutlich.“

Die UN-Klimakonferenz in Paris beschloss Ende 2015 eine Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C; angestrebt wird eine Begrenzung auf 1,5 °C. Die globalen Netto-Treibhausgasemissionen sollen in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts auf Null reduziert werden. Um diese Ziele zu erreichen, bedarf es großer gemeinsamer Anstrengungen, vor allem auch im Bereich der Umwelttechnik.

Neben dem Klimawandel ist der Umgang mit Ressourcen eine weitere große Herausforderung unserer Zeit. Bedingt durch die wachsende Weltbevölkerung und die wirtschaftliche Entwicklung in den Schwellenländern nimmt u.a. die Nachfrage nach Rohstoffen weiterhin stark zu. „Einerseits sind Unternehmen darauf angewiesen, über Rohstoffe in ausreichendem Maße verfügen zu können, andererseits führt deren immer intensivere Nutzung zu Beeinträchtigungen der Umwelt. Die Nutzung der natürlichen Ressourcen übersteigt die Aufnahme- und Regenerationsfähigkeit der Erde bereits heute deutlich. Ein schonender Umgang mit Ressourcen ist daher ökonomisch und ökologisch notwendig“, betont Martin Oldeland, Vorstandsmitglied des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e. V.

Die Mitglieder des 1984 gegründeten Netzwerks für nachhaltiges Wirtschaften haben früh erkannt, dass Unternehmen langfristig nur wirtschaftlich erfolgreich sein können, wenn sie umweltschonend und sozialverträglich agieren. Dazu gehört, Energie und Ressourcen effizient einzusetzen sowie Umweltprobleme von vornherein zu vermeiden bzw. zu verringern. „Energieeffizienz ist schon lange ein wichtiges Thema bei B.A.U.M. und wir freuen uns, dass die Bundesregierung beim Thema Energie jetzt vor allem auf Effizienz als zentrale Säule der Energiewende setzt“, so Oldeland.

B.A.U.M.-Mitgliedsunternehmen unterschiedlicher Branchen setzten in großem Umfang Maßnahmen zur Energie- und Ressourceneffizienz um. Dabei kommt modernste Umwelttechnik zum Einsatz.

Umwelttechnik lässt sich als Querschnittsthema keiner bestimmten Branche zuordnen. Der stark mittelständisch geprägte Bereich zählt aber zu den innovativsten der deutschen Wirtschaft. Die Bedeutung der „grünen“ Technologie wird auch bei einem Blick auf Kennzahlen deutlich: 2013 konnte der Bereich Green Tech einen Umsatz von 344 Mrd. Euro verzeichnen, während die deutschen Schlüsselindustrien Elektro, Chemie, Maschinenbau und Automobil im Durchschnitt nur 224 Mrd. Euro Umsatz erzielten. Die Exportquote von Green Tech lag bei immerhin 39 Prozent im Vergleich zu 62 Prozent bei den Schlüsselindustrien (Quelle: GreenTech made in Germany 4.0, hg. vom BMUB, 2014).

Der Experte von B.A.U.M. erläutert: „Green Tech ist unverzichtbar, wenn es um einen nachhaltigen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft geht. Umwelttechnik darf aber nicht nur als ‚End-of-the-Pipe-Technologie‘ zum Einsatz kommen.“

B.A.U.M.-Mitgliedsunternehmen sind beim Einsatz von Umwelttechnik in vorderster Reihe dabei. „Wir sehen es als eine unserer Aufgaben, gemeinsam mit den Unternehmen der Umwelttechnik die zahlreichen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch Maßnahmen zur Energie- und Ressourceneffizienz Umwelt- und Klimaauswirkungen der Wirtschaft deutlich reduzieren lassen“, beschreibt B.A.U.M.-Vorstand Martin Oldeland die Arbeit des Verbands. „Hierzu bringen wir z. B. Unternehmensvertreter regelmäßig zum Erfahrungsaustausch zusammen und zeigen anhand von erfolgreich realisierten Praxisbeispielen die Möglichkeiten auf.“

Und das Netzwerk denkt noch weiter. Kreislaufwirtschaft ist ein wichtiges Kernthema. Ein entscheidender Impulsgeber ist dabei Prof. Dr. Michael Braungart, einer der Begründer des Konzepts „Cradle to Cradle“. „Cradle to Cradle-Design ist der notwendige nächste Schritt“, erklärt Martin Oldeland, der selbst dem Beirat des Cradle to Cradle e. V. angehört. „Effizienz allein reicht nicht. Langfristig müssen wir zu geschlossenen Stoffkreisläufen kommen. Und das bedeutet, schon bei der Idee und dem Produktdesign anzusetzen und von Beginn an Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit zu denken. Hierfür versuchen wir gemeinsam mit Experten aus unserem Netzwerk ein Bewusstsein zu schaffen.“

Fakten

Fakten

Dipl.-Kfm. Martin Oldeland, Mitglied des Vorstands des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e. V., engagiert sich seit zwei Jahrzehnten für nachhaltiges Wirtschaften. Er ist u. a. Mitglied der Jury der GreenTec Awards und des Deutschen CSR-Preises.

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Journalist

Enno Heidtmann

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