Weekly News

Mehr Zeit für die Tiere in der Landwirtschaft

Mehr Zeit für jedes einzelne Tier. Das ermöglichen Automatisierung und strenge Hygiene den Bauern in modernen Ställen.

Tierhaltung und -pflege auf dem Bauernhof haben sich radikal verändert. Moderne Maschinen und Computer sind in die Ställe eingezogen und haben den Bauern schwere Arbeit abgenommen.

Mit vernetzten EDV-Systemen können Bäuerin und Bauer heute sogar über ihr Smartphone den Gesundheitszustand und die Futteraufnahme ihrer Tiere kontrollieren, feststellen, wann eine Klauenpflege angesagt ist und wie viel Milch jede Kuh gibt. Auf solchen Hightech-Betrieben lässt sich jedes Tier einzeln überwachen, weil es einen Computerchip an einem Hals- oder Fußband trägt.

Die Automatisierung in der Tierhaltung entlastet die Landwirte von schweren und aufwendigen Handarbeiten, wie Fütterung und Ausmisten. Die eingesparte Zeit nutzen sie, um sich besser um die einzelnen Tiere und Herden zu kümmern. Dadurch, und durch konsequente Hygienemaßnahmen, sind Verluste durch kranke oder tote Tiere in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken.

Denn Ställe müssen heute penibel sauber sein, was nicht nur dem Wohlergehen der Tiere dient, sondern auch der Gesundheit der Verbraucher. Das gilt auch für Schweine, die sich gerne im Dreck suhlen. Schweine im Freiland wühlen zu lassen, ist nicht ohne Risiko. Denn Erde und andere Tiere, wie Ratten oder Vögel, können Krankheitserreger übertragen.

Auch Kuhställe müssen sauber, trocken und gut durchlüftet sein. Sie sind unterteilt in Bereiche für Fressen, Liegen, Trinken und Melken zwischen denen die Kühe je nach ihren Bedürfnissen hin und her wandern.

So laufen sie selbstständig zum Melkstand, wenn es Zeit ist, die Milch loszuwerden. Melkroboter finden die Zitzen der Euter automatisch, saugen die Milch schonend ab und zählen nebenbei sogar die Körperzellen, die in der Milch natürlicherweise vorhanden sind. An der Zahl dieser Zellen kann ein Landwirt erkennen, ob die Euter gesund sind. Steigt deren Zahl nämlich über 100.000 Zellen pro Milliliter, dann ist etwas nicht in Ordnung und eine Entzündung des Euters kündigt sich an.

Vor dem Melken müssen natürlich die vier Zitzen gereinigt und desinfiziert werden. Vier Saugbecher saugen dann vorsichtig die Milch aus den empfindlichen Zitzen und stoppen automatisch, wenn der Milchstrom nachlässt. Nach dem Melken taucht der Melker die Zitzen in ein so genanntes Dippmittel, also Chemikalien, die Bakterien abtöten, die aber auch Hautpflegemittel enthalten. Bei Melkrobotern werden auch Sprays eingesetzt. So ist gewährleistet, dass keine Keime durch die Milchkanäle der Zitzen ins Euter gelangen.

Der Einzug von Hygiene und Automatisierung erleichtert nicht nur den Menschen in der Landwirtschaft die Arbeit, sondern dient auch dem Tierwohl und den Verbrauchern.

Teile diesen Artikel

Journalist

Neo Nording

Weitere Artikel