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BUNDESMINISTER CHRISTIAN SCHMIDT

Die moderne Landwirtschaft ist innovativ und verantwortungsbewusst

Dieses Bild hat wenig mit der Realität zu tun: Die moderne Landwirtschaft ist innovativ und verantwortungsbewusst. Sie ist eine Zukunftsbranche, auf die viele spannende Aufgaben wartet. Das ist wichtig, weil die Landwirtschaft so jungen Frauen und Männern ein attraktives Arbeitsumfeld bietet. Und das ist elementar, weil wir den begeisterten Nachwuchs brauchen, um uns den großen Herausforderungen unserer Zeit stellen zu können. Denn: Landwirtschaft muss die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung sichern, das Klima schützen und unsere Ressourcen schonen. Und bei all den Herausforderungen unseren Landwirten noch eine ökonomische Grundlage bieten.

Zum Erreichen dieser Ziele setze ich vor allem auf die digitale Landwirtschaft. Sie erlaubt eine präzise Bearbeitung der Ackerfläche und erhöht so die Ertragskraft und die Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig hilft sie den Bauern dabei, Rücksicht auf Belange des Umweltschutzes zu nehmen. Unsere Landwirtschaft ist modern und leistungsfähig, schon jetzt organisieren viele Bauern ihren Betrieb am Laptop. Ich will einen Schritt weiter gehen: Für mich sind Digitalisierung und Forschung die Eckpfeiler einer erfolgreichen, wirklich smarten Landwirtschaft.

Landwirtschaft 4.0 bedeutet, dass der Bauer auf Wetterdaten in Echtzeit zugreift, den Ressourcenverbrauch in Echtzeit misst und Maschinen ferngesteuert den besten Weg über den Acker fahren lässt. Sie erleichtert die Arbeit der Bauern, schont die Ressourcen, ermöglicht effizienten Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln.

Landwirtschaft 4.0 ist für mich auch die Vernetzung der Wertschöpfungskette vom Feld bis zum Verbraucher, von der alle profitieren können. Deswegen stellen wir 29 Millionen Euro Forschungsgelder bis 2017 zur Verfügung – das ist mein Angebot für eine moderne Landwirtschaft. Wir bringen die beteiligten Akteure an einen Tisch, um die Herausforderungen zu besprechen. Und wir lassen untersuchen, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Agrarstruktur hat – wo können wir gewinnen, wo müssen wir aufpassen?

Moderne Landwirtschaft ist für mich auch der Einsatz für Nachhaltigkeit. Umweltziele und Ernährungssicherung dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Denn Land- und Forstwirtschaft leisten bereits heute viel für den Klimaschutz, zum Beispiel als CO2-Speicher im Boden und Wald. Jetzt müssen Wege gefunden werden, wie wir mithilfe der Digitalisierung und der Auswertung von Bodendaten die effiziente Nutzung von Land, Wasser und Energie weiter verbessern und die Ressourceneffizienz steigern. So können wir nachhaltige Erzeugung zum Qualitätsmerkmal im Wettbewerb machen.

Ich will, dass Deutschland zum Vorreiter in Sachen Tierwohl wird. Auch dabei hilft die Digitalisierung: Messeinrichtungen bestimmen die Inhaltsstoffe der Milch und werten so den Gesundheitszustand der Kuh aus. Klimaführungssysteme sorgen in Schweine- und Geflügelzucht für optimale Luftqualität und Temperatur in den Ställen. Das alles trägt zum Tierwohl bei, und davon können auch Landwirte finanziell profitieren. Denn Tierwohl steht bei den Verbrauchern hoch im Kurs, sie sind bereit dafür mehr Geld zu bezahlen. Deshalb arbeitet mein Ministerium derzeit an der Einführung eines Tierwohllabels mit staatlicher Rahmensetzung.

Als Bundeslandwirtschaftsminister setze ich mich für eine selbstbewusste Branche ein, die sich über Innovation, Forschung und Fortschritt definiert und nicht über Verzicht oder Rückbau. Landwirtschaft 4.0 und flächendeckendes Smart Farming werden den Alltag der Landwirte verändern und erleichtern. Die Digitalisierung macht die Landwirtschaft noch leistungsfähiger und gleichzeitig ressourcenschonender. Ich sehe in Zukunft eine vielfältige Landwirtschaft mit großen und kleinen, mit leistungsfähigen und flexiblen Betrieben. Eine Landwirtschaft in der Mitte der Gesellschaft, der man respektvoll begegnet und deren Leistungen und Erträge geachtet und geschätzt werden.

Fakten

Christian Schmidt, geboren am 26. August 1957 in Obernzenn, ist ein deutscher Politiker (CSU) und seit dem 17. Februar 2014 Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft.

• 2005 bis 2013 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung

• 2013 bis zur Ernennung zum Minister war er als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung tätig.


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  • Bundesminister Christian Schmidt

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