ANALYSE: GESELLSCHAFT

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CHRISTIAN SCHMIDT, BUNDESMINISTER FÜR ERNÄHRUNG UND LANDWIRTSCHAFT

Christian Schmidt über Tierwohl in der Landwirtschaft

Welche sind die Ziele der von Ihnen ins Leben gerufenen Tierwohl-Initiative?

Mit der Initiative „Eine Frage der Haltung – neue Wege für mehr Tierwohl“ will ich vor allem bessere Bedingungen für Nutztiere durchsetzen – und das in gemeinsamer Verantwortung mit den Bundesländern, betroffenen Branchen, Wissenschaftlern und den Verbrauchern. Zur Verbesserung des Tierwohls muss es uns gelingen, die Vielzahl der Initiativen im Bereich des Tierwohls möglichst eng miteinander zu verzahnen und erfolgreiche Forschungsergebnisse möglichst rasch in die betriebliche Praxis umzusetzen.

Welche Themen stehen zurzeit im Fokus?
Nicht-kurative Eingriffe, etwa das Kupieren der Schwänze bei Schweinen und der Schnäbel bei Hühnern oder die Tötung von sogenannten Eintagsküken sind Praktiken, aus denen wir aussteigen wollen. Jedes Jahr werden rund 45 Millionen männliche Küken getötet, nur weil sie das falsche Geschlecht haben. Eine frühe Geschlechtsbestimmung im Ei kann Abhilfe schaffen. Diese Technik, die bald breit angewendet werden kann, fördert mein Haus nach Kräften. Auch auf EU-Ebene sind Weichenstellungen erforderlich, etwa in Form einer stärkeren Begrenzung von Tiertransportzeiten.

Ist die Massenhaltung von Tieren generell problematisch?
Tierwohl ist keine Frage der Stallgröße, sondern der Betrachtung jedes einzelnen Tieres. Es wird Zeit, dass wir ein gemeinsames Verständnis zum Verhältnis von Mensch und Tier entwickeln, was dies beispielsweise für die Nutztierhaltung konkret bedeutet. Dabei geht es dann nicht nur um die Haltung im Stall, sondern auch um die Haltung in den Köpfen.



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